EIN SPAZIERGANG DURCH DIE PARKANLAGEN DES ZOOS

Dass zu einem Zoologischen Garten nicht nur Tiere gehören, sagt schon der Name. Die Bewohner des Zoogeländes – Tiere und Pflanzen – bilden eine Einheit und machen den Zoo zu etwas ganz Besonderem. Denn was wäre er ohne seine Botanik, die historischen Rhododendren und die anderen Blütengehölze, Frühblüher und Dahlien, die vom Frühjahr bis weit in den Herbst hinein Farbe in die Parkanlage zaubern? Wie sollte man einen Zoo, die Tieranlagen und die dort nachempfundenen Lebensräume der Bewohner gestalten ohne Grün, ohne Bäume und andere Pflanzen? Das Zeitalter der Menagerien, der Ausstellung exotischer Tiere in Käfigen, ist lange vorbei. Und obgleich man einen Zoo besucht, um Tiere zu beobachten, macht auch die wunderschöne Parkanlage für viele unserer Besucherinnen und Besucher den Reiz des Zoos aus.

Schon die Geschichte des Rostocker Zoos beginnt mit seinen botanischen Schätzen. Mit dem Dienstantritt von Stadtförster Schramm bringt dieser auf dem Gelände des einstigen „Dendrologischen Gartens an der Trotzenburg“ zahlreiche Eichen und Buchen in den Wald ein und pflanzt zudem fremdländische Bäume, um die Gehölzsammlung zu erweitern. Im Jahr 1889 beispielsweise den imposanten Mammutbaum am einstigen Ententeich – heute das älteste Lebewesen im Zoo Rostock. Hier beginnt unser Spaziergang durch die weitläufige Parklandschaft.

Vorbei an den Pelikanen kommen wir nach kurzer Zeit an den Ort, an dem im Jahr 1931 die erste Dahlienschau stattfand – das historische Dahlienquartier. Die Dahlien kommen aus Mittelamerika und erscheinen in den vielfältigsten Formen und Farben. In der aztekischen Kultur waren sie ein kulturelles wie religiöses Symbol. Ihre Knolle diente als Nahrung, der Saft als Medizin. Im Zoo Rostock werden jährlich rund 2.500 Knollen in etwa 160 Sorten eingebracht, sie sorgen im Spätsommer für eine wunderbare Farbenpracht. Vom historischen Dahlienquartier aus geht es in die imposante Eichenallee. Zwischen 1907 und 1912 entstanden, zählt diese zu den ältesten Bereichen des Zoos und wurde im Jahr 1986 denkmalgeschützt. Entlang der Pyramideneichen eröffnet sich dem Besucher ein einmaliger Blick auf die Eisbären im Polarium. Von dort gehen wir entlang der Historischen Huftieranlage weiter. Auf der grünen Wiese liegen hier Litschi-Moorantilopen in der Sonne oder suchen sich Pferdeantilopen ein schattiges Plätzchen unter den vielen Bäumen. Vor uns zeichnet sich nach kurzer Zeit der Rhododendronhain ab. Von einst ca. 1.000 Wild-Rhododendrenarten aus Asien und Nordamerika ließ die Züchtung dieser schönen Pflanzen, die in England ihren Ursprung hat, die Zahl der „Baumrosen“ auf heute rund 4.000 Arten ansteigen. Zur Gattung dieser vorwiegend immergrünen Sträucher gehören auch die Azaleen. Auf etwa einem Hektar Fläche wachsen im Rhododendronhain des Rostocker Zoos ca. 30 verschiedene Sorten. Als „Waldbewohner“ fühlt sich der Rhododendron im lichten Schatten hoher Bäume übrigens besonders wohl und hat im Zoo Rostock damit das perfekte Zuhause gefunden.   Dies sind nur einige der vielen grünen Bewohner, die den Zoo und seine weitläufigen Parkanlagen so besonders machen.