Bei Artenschutz denken viele vermutlich erstmal an weit entfernte Gebiete und exotische Tiere. Ob die Orang-Utans auf Borneo, deren Lebensraum u.a. durch Abholzung des Regenwalds bedroht ist. Oder vielleicht an Eisbären, denen in der Arktis durch den Klimawandel im wahrsten Sinne des Wortes die Lebensgrundlage wegschmilzt.
Aber tatsächlich ist auch der Bestand einiger heimischer Tierarten stark gefährdet und benötigt unseren Schutz. Deshalb gilt es auch schon vor der eigenen Haustür mit dem Natur- und Artenschutz zu beginnen.
Vier Säulen für den Sandregenpfeifer – und ein besonderes Rettungsprogramm
Die Aufgabe hat sich eine Gruppe des NABU Mittleres Mecklenburg mit der Fachgruppe Ornithologie Rostock und der Zoo Rostock angenommen.
Sie haben ein gemeinsames Projekt zum Schutz des Sandregenpfeifers ins Leben gerufen. Mehr über diese kleinen Küstenvögel und warum sie bedroht sind, lesen Sie in Teil 1 unserer Reihe.
Das Projekt bemüht sich um den Schutz der Sandregenpfeifer an intensiv touristisch genutzten Stränden zwischen Warnemünde und Kühlungsborn. Dabei fußt die Arbeit des Teams auf diese 4 Säulen:
- Systematisches Monitoring bekannter Brutplätze
- Errichtung und Betreuung saisonaler Strandinseln als geschützte Flächen für Brutpaare
- Flexible Einrichtung von Gelegeschutzbereichen für Gelege, die sich außerhalb der festen Schutzflächen befinden
- Aufklärung über die Gefährdung der Strandbrüter und deren Bedeutung in der Öffentlichkeit
Im Jahr 2025 kam zu diesem 4-Säulen-Prinzig noch eine neue Maßnahme dazu, nämlich die Sicherung von Gelegen in aussichtslosen Lagen, die Ausbrütung dieser im Zoo Rostock und die anschließende Auswilderung der aufgezogenen Jungvögel.
Doch wie läuft so eine Auswilderung überhaupt ab? Wir nehmen Sie mit auf eine spannende Reise vom Ei zum flüggen Vogel.
Wie der Tag der Auswilderung genau verlief, erfahren Sie dann im dritten Teil unserer Reihe.