Ein Verein zum Schutz der Gorillas

Sie sind unsere ständigen Begleiter im Alltag und werden immer leistungsfähiger. Regelmäßig werden die Geräte ausgetauscht und zu den neuesten Modellen gewechselt. Gemeint sind unsere Smartphones. Um den wachsenden Ansprüchen an die Funktionsfähigkeit und Schnelligkeit der Geräte zu entsprechen, werden für die Handys leistungsstarke elektronische Bauteile benötigt, die seltene Metalle enthalten. So beispielsweise Tantal, das aus dem Erz Coltan gewonnen wird – ein Rohstoff, der inmitten des Lebensraums der Gorillas abgebaut wird. Dies ist nur ein Grund für die Bedrohung der Gorillas. Die Unterarten der Westlichen Gorillas wie der Östlichen Gorillas haben neben der Zerstörung der Wälder durch Feuer und Abholzung noch weit mehr Probleme: Isolation einzelner Gruppen, durch Menschen und Nutztiere eingeschleppte Krankheiten, Bejagung der Tiere als Reaktion auf die Vernichtung ihrer Ernte, für den Handel mit Jungtieren oder zur Fleischgewinnung, Stress durch die Anwesenheit von Menschen usw. Gorillas sind vom Aussterben bedroht, einzelne Unterarten wie die Cross-River-Gorillas zählen nur noch wenige hundert Tiere, Berggorillas nur knapp 1.000.

Aus diesem Grund unterstützen wir den Verein Berggorilla und Regenwald Direkthilfe, der im Jahr 1984 gegründet wurde und es sich zum Ziel gesetzt hat, das Überleben besonders bedrohter Gorillapopulationen zu sichern. Dafür setzen sich alle Beteiligten für die Erhaltung der Wälder sowie den Schutz der Gorillas ein und versuchen dabei, ein Gleichgewicht zwischen den notwendigen Naturschutzmaßnahmen und den Bedürfnissen der Bevölkerung zu schaffen. Der Verein unterstützt zudem Aktivitäten anderer Artenschutzorganisationen zum Schutz der Gorillas. Das Ziel ist es hier, Schutzgebiete auszuweisen, um der Zerstörung und Veränderung des Lebensraums der Gorillas und anderer Tiere entgegenzuwirken, durch Wiederaufforstung Korridore für isolierte Populationen zu schaffen, durch Zusammenarbeit mit der Bevölkerung Konflikte zu minimieren, die medizinische Versorgung zur Behandlung von Krankheiten zu verbessern und durch Wildhüter-Patrouillen, Aufklärung und Gesetze die Jagd auf die Gorillas zu minimieren. Wichtig ist es zudem, Wildhüter angemessen auszurüsten, Grenzen zu Schutzreservaten ausreichend zu kennzeichnen, die Einheimischen für die Bedeutung der Schutzgebiete zu sensibilisieren und gleichermaßen über die Folgen der Jagd auf die Gorillas und die Zerstörung des Lebensraums aufzuklären.

Auch Auffangstationen, beispielsweise für die Östlichen Flachlandgorillas mit dem Ziel der Wiederauswilderung, oder die Umschulung von Jägern zählen zu konkreten Projekten, die durch den Verein gefördert werden. Während die Unterstützung des Berggorilla und Regenwald Direkthilfe e.V. von Seiten des Zoos in der Vergangenheit eher allgemeiner Natur war, widmen wir uns seit 2020 einem bestimmten Projekt im Osten der Demokratischen Republik Kongo – dem Maiko Nationalpark. Im Jahr 1970 gegründet, umfasst er eine Fläche von 10.830 Quadratkilometer. Neben den Gorillas leben hier mit Okapis, Waldelefanten oder Kongopfauen viele weitere seltene und bedrohte Arten. In seiner großen biologischen Vielfalt liegt auch die besondere Bedeutung des Nationalparks begründet. Probleme gibt es hier jedoch zunächst in Bezug auf die schlechte Bezahlung und Ausstattung sowie die ungenügende Ausbildung des Personals.

Eine Situation, die dringend verbessert werden muss, um Wilderei usw. Einhalt zu bieten. Zudem ist eine umfassende Bestandsaufnahme der hier lebenden, seltenen Tiere wichtig, deren Verbreitung im Maiko Nationalpark zum Teil unbekannt ist. Entsprechende Maßnahmen zur Unterstützung des Nationalparks, für die Wildhüter und auch für die Menschen, die im Umfeld des Parks leben, sollen in Kürze konkret beschlossen werden. Im Jahr 2020 konnten wir bereits 2.000 Euro bereitstellen, die dafür genutzt wurden, um Patrouillen auszubilden, die im Umfeld des Nationalparks regelmäßig nach Gorillaspuren suchen sollen. Zum Schutz der Gorillas können wir alle etwas beitragen. Sei es mit Spenden für die Berggorilla und Regenwald Direkthilfe e.V. oder andere Artenschutzorganisationen oder mit kleinen Veränderungen in unserem Alltag. In Bezug auf unsere elektronischen Begleiter könnte das konkret bedeuten, bewusster zu kaufen und weniger wegzuwerfen – so wird beispielsweise der Energie- und Roh-stoffverbrauch bei der Herstellung gesenkt. Zudem können ältere Geräte weitergegeben und weiter- genutzt und im Falle einer Unbrauchbarkeit recycelt werden. Mit einer bewussteren und nachhaltigeren Lebensweise können wir alle zum Schutz der Gorillas und anderer bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume beitragen.