EINE NEUE TIERART UND NEUE WISSENSSTATIONEN AUF DEM „NORDLANDPFAD“

Rund um die Erde erstrecken sich vielfältige Lebensräume für eine ebenso vielfältige Tierwelt. Insbesondere im hohen Norden scheinen diese Lebensräume oftmals unwirtlich und karg. Dennoch leben hier zahlreiche Tierarten, die an die hier vorherrschenden Bedingungen optimal angepasst sind.
Tundra und Taiga als charakteristische Lebensräume des Nordens sollen den Gästen im Zoo bald auf dem sogenannten Nordlandpfad nähergebracht werden. Die Tundra umfasst die arktischen und subarktischen Gebiete Skandinaviens, Sibiriens, Grönlands und Alaskas. Die Winter sind hier lang, die Sommer hingegen kurz und kühl. Der dauerhaft gefrorene Boden taut im Sommer nur oberflächlich auf, sodass die Vegetation sich hier vorrangig auf Moose, Flechten, Gräser und Zwergsträucher beschränkt. Trotz der eher kargen, baumlosen Landschaft gibt es hier einige Tiere zu entdecken: Rentiere, Polarfüchse, Schneehasen und Lemminge, viele Zugvögel und in den nördlichsten Gebieten auch Eisbären.

Grauer Steppenlemming im Zoo Rostock

Südlich der Tundra erstreckt sich dann die Taiga, die ebenfalls von kalten Wintern geprägt ist, während die Sommer zwar kurz, aber milder sind. Dieser Lebensraum ist von dichten Nadelwäldern geprägt, die mit den kalten Bedingungen ebenso gut zurechtkommen wie mit den nährstoffarmen Böden. In der Taiga leben Elche, Wölfe, Braunbären, Luchse oder Eichhörnchen. Tundra und Taiga sind damit auch das Zuhause für die wilden Verwandten zahlreicher Zoobewohner. Um den Besucherinnen und Besuchern diese besonderen Tiere und ihre nordischen Lebensräume näher-zubringen, soll im Zoo Rostock schon bald ein Nordlandpfad entstehen. Mit interessanten Infotafeln, neuen Erlebnisstationen und interaktiven Angeboten sollen die Zoogäste bei Rentieren, Schneeeulen, Polarfüchsen, Elchen, Bartkäuzen & Co. viel Wissenswertes über die Tiere des hohen Nordens, die Anpassung an ihren speziellen Lebensraum, die biologischen Zusammenhänge und vieles mehr erfahren. Dabei soll auch die Gefährdung der Lebensräume durch den Klimawandel thematisiert werden, der dazu führt, dass der Boden der Tundra taut oder Wald in der Taiga brennt.

 

 

Grauer Steppenlemming im Zoo Rostock

Im Rahmen der Vorstellung der nordischen Tierwelt wird künftig auch eine neue Tierart im Zoo Rostock zu sehen sein: der Graue Steppenlemming. Im ehemaligen Flamingo-Haus in direkter Nachbarschaft zur Historischen Huftieranlage wird derzeit die Anlage für die neuen Zoobewohner hergerichtet. Die grauen Nagetiere mit dem charakteristischen schwarzen Strich auf dem Rücken und den kurzen, innen behaarten Ohren sind von Zentral-asien bis Osteuropa verbreitet und bewohnen Steppen, Halbwüsten, Weiden und Ackerflächen. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung gelten sie global nicht als gefährdet. In Europa hingegen werden sie auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft, da sie in einigen Regionen sehr unter dem Verlust ihres Lebensraums leiden, insbesondere durch die Umwandlung in Agrarflächen. Die Steppenlemminge leben in Kolonien und bewohnen verzweigte Gangsysteme unter der Erde in der Nähe der Oberfläche. In tieferen Lagen befinden sich ihre Nest-kammern, die sie mit reichlich Pflanzenmaterial auskleiden. Auf ihrem Speiseplan stehen Gräser, Wurzeln, Knollen und gelegentlich auch Insekten. Da Lemminge auch in weiten Teilen Skandinaviens vorkommen, stehen die Steppenlemminge im Zoo Rostock schon bald als Vertreter für diese nordische Tierart. Die Zoogäste bekommen so demnächst spannende Einblicke in das über- und unterirdische Leben der Tiere.