Orang-Utans in Not

Seit Ende 2019 unterstützt der Zoo Rostock den Verein Orang-Utans in Not e.V., der 2007 von einer Gruppe von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gegründet wurde. Der Verein fördert verschiedene Projekte auf Borneo und Sumatra. Da wir bei uns im Zoo Borneo-Orang-Utans halten, die in Rostock als Botschafter für ihre wilden Artgenossen fungieren, helfen wir im Speziellen bei dem Projekt im Lamandau River Wildlife Reservat, ein rund 76.000 Hektar großes Gebiet in der Provinz Zentralkalimantan im indonesischen Teil Borneos. Das Reservat dient als Heimat für viele bedrohte Arten und ist zudem ein wichtiges Auswilderungsgebiet für Orang-Utans. Das Programm zur sanften Auswilderung kümmert sich dort um junge verwaiste Orang-Utans, während sie lebenswichtige Fähigkeiten erlernen und sich auf eine Zukunft in der Wildnis vorbereiten.

Dabei werden die jungen Affen jeden Tag in den Wald gebracht, um in einer natürlichen Umgebung zu spielen und zu lernen. Am Abend kehren sie dann in ihr Gehege zurück, um gefüttert zu werden, sich auszuruhen und zu schlafen. Das Programm beschäftigt einen Tierarzt und rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die jungen Primaten täglich überwachen, pflegen und das Gebiet absichern. Auch Lamandau wurde von den verheerenden Waldbränden im Jahr 2015 heimgesucht. Diese wurden teilweise absichtlich gelegt, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen. Rund 11.000 Hektar Regenwald fielen dort den Flammen zum Opfer, das ist eine Fläche ungefähr so groß wie die Insel Sylt. Um den Wald in diesem Gebiet wieder aufzuwerten, sollen jährlich 21.000 Bäume gepflanzt werden. Diese gehören hauptsächlich der Art Ubar (Syzygium) an. Die Blätter und Früchte dieser Bäume stellen eine wichtige Nahrungsquelle für die Orang-Utans dar.

Der Verein Orang-Utans in Not e.V. unterstützt finanziell das Wiederaufforstungsprogramm der gemeinnützigen Orangutan Foundation UK, die sich um die Organisation und Umsetzung vor Ort kümmert. Bei Freilandforschungen und dem Besuch einer Orang-Utan-Auffangstation auf Borneo waren die vereins- gründenden Wissenschaftler Zeugen der katastrophalen Regenwaldzerstörung vor Ort geworden. Seither setzen sie sich für den Schutz der letzten freilebenden Orang-Utans, für den Erhalt der Regenwälder und für den Klimaschutz ein. Mit mehreren Projekten sollen diese Ziele erreicht werden: Förderung von Orang-Utan-Auffang- und Auswilderungsstationen, Regenwaldschutz und -aufforstung im Orang-Utan-Auswilderungsgebiet Lamandau sowie Aufklärung der einheimischen Bevölkerung in Umweltbildungszentren. In Deutschland ist der Verein mit Umweltbildungsveranstaltungen für Groß und Klein aktiv.