POLAR BEARS INTERNATIONAL

Seit vielen Jahren unterstütz der Zoo Rostock die Artenschutzorganisation Polar Bears International (PBI) und konnte einen maßgeblichen Anteil an der Umsetzung verschiedener Projekte leisten. Beim Projekt „Bear Tracker“ wird jedes Jahr ein Teil der weiblichen Eisbären in der Hudson Bay mit GPS-Sendern ausgestattet. Anhand der Bewegungsdaten können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Erkenntnisse über das Verhalten und die Lebensweise der Eisbären gewinnen.

 

Eisbär im Zoo Rostock

Gleich mehrere PBI-Projekte unterstützt der Zoo Rostock in Svalbard. Im norwegischen Archipel Spitzbergen wird derzeit eine technische Lösung entwickelt, um Höhlen der Eisbären zu erkennen. In Gebieten mit zunehmender menschlicher Aktivität wird die Auffindung dieser Höhlen besonders wichtig. Während vorher eingesetzte Infrarotkameras relativ störungsanfällig waren, soll die neu entwickelte Synthetic Aperture Radar (SAR)-Variante „Störungen“ in der allgemein sehr gleichförmigen Umgebung auf effiziente Weise erkennen und die Körper der Eisbären und die Höhlen so sichtbar machen.

Eine Maßnahme, die zum Schutz der Mütter und ihrer Jungtiere in den Wurfhöhlen von hoher Bedeutung ist. Ein weiteres Projekt sieht die Überwachung der Wurfhöhlen in Svalbard vor. In der Region ist seit einiger Zeit ein dramatischer Rückgang des Meereises zu verzeichnen. Hinzu kommen vermehrt Störungen der Tiere durch die Menschen, über deren Auswirkungen noch wenig bekannt ist. In der Konsequenz der äußeren Einflüsse zeigt sich, dass es weniger Wurfhöhlen gibt und die Mütter und ihre Kinder diese in schlechterem gesundheitlichem Zustand verlassen. Ziel des Projekts zur Überwachung der Höhlen mittels spezieller Kameras ist es, die Bedürfnisse der Eisbärenfamilien zu verstehen und das Verhalten der Eisbären während der Winterruhe zu dokumentieren. Weiterhin befasst sich eine dreijährige Studie mit der genetischen Struktur einer Teilpopulation der Eisbären in der Barentsee rund um Spitzbergen. Das Gebiet wird üblicherweise von einheimischen Eisbären, die ganzjährig auf der Inselgruppe bleiben, sowie von Tieren auf Wanderschaft genutzt. Der starke Verlust des Meereises in diesem Gebiet lässt eine verstärkte Isolation der heimischen Eisbären und damit einen geringeren Genaustausch erwarten. Die eingeschränkte Interaktion zwischen verschiedenen Populationen führt vermehrt zu Inzucht. Zudem bedeutet der starke Wandel der Gegebenheiten vor Ort Änderungen für die Eisbären in Bezug auf ihre Bewegung, ihre Beute, ihre Schlafplätze und ihre Paarungsmöglichkeiten, was wiederum Auswirkungen auf ihre Gesundheit, die Fortpflanzung uvm. hat.

Eisbär im Zoo Rostock

Die Studie soll Erkenntnisse über diese Auswirkungen bringen und zum Verständnis über die Anpassungsfähigkeit der Eisbären und der Rolle ihrer genetischen Vielfalt beitragen. Unser Dank gilt daher all den engagierten Menschen, deren Einsatz vor Ort dem Wohl der Eisbären dient, und auch jenen, die über den Artenschutzbeitrag und Spenden die wichtigen Aufgaben von Polar Bears International & Co. unterstützen.