n den Zoos besteht – ganz analog zur Natur – auch eine Kapazitätsgrenze für jede Tierart oder Population, zum Beispiel dahingehend, wie viele Tiere in einem Erhaltungszuchtprogramm gehalten werden können.
Da die Tiere in Zoos durch ein dauerhaft ausreichendes Nahrungsangebot, tiermedizinische Versorgung oder fehlende Fressfeinde und andere natürliche Selektionsparameter eine gute Reproduktionsleistung zeigen und oftmals eine höhere Lebenserwartung haben, sind die Kapazitätsgrenzen in den Zoos teils „schnell“ erreicht. Nach „natürlichem Vorbild“ würde die Reduktion der Population an dieser Stelle durch den Tod erfolgen. Neben der genannten guten Versorgung und Betreuung der Tiere im Zoo, spielt es für die moderne Tierhaltung eine wichtige Rolle, den Tieren die Möglichkeit zu geben, möglichst viele Verhaltensweisen naturnah auszuleben. Die Fortpflanzung ist für viele Tiere ein zentraler Lebensinhalt und beinhaltet gerade bei sozial lebenden Arten oft wesentliche Aspekte des Verhaltensspektrums, die nur durch die Möglichkeit zur Paarung und Jungtieraufzucht erlernt werden können. Im Rahmen der Reproduktionskontrolle, zum Beispiel durch Verhütung oder eine Trennung der Geschlechter, bleibt dieses Lernverhalten aus. Außerdem kann es zu gesundheitlichen Folgen kommen. Bei einer Reihe von Tierarten ist inzwischen bekannt, dass sie beim Ausbleiben von Fortpflanzung auf Dauer unfruchtbar werden.
Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die tiergerechte Ernährung, insbesondere von Fleischfressern. Diesen werden durch das Anbieten ganzer Tierkörper oder Teilen davon, gerade auch von ganz verschiedenen Arten, gesundes Futter sowie wichtige Reize und Beschäftigung geboten.