WIE SIEHT ES EIGENTLICH UNTER DEM POLARIUM AUS?

Die Eisbären sind in ihrem Element, wenn sie durchs Wasser toben, nach Fischen tauchen oder an den großen Sichtscheiben vorbeischwimmen. Diese besonderen Einblicke unter Wasser bieten sich den Zoobesucherinnen und -besuchern erst seit der Eröffnung des Polariums. Damit unsere Gäste und natürlich die Eisbären immer den Durchblick behalten, ist einiges nötig. Dafür müssen die Zooelektriker in den Keller, denn tatsächlich verbergen sich die technischen Geheimnisse des Polariums vor allem darunter. Hier im Untergeschoss erwarten den Techniker zahlreiche Pump- und Filteranlagen. Diese können über eine Computersteuerung überwacht werden. Wenn die Anlagen ausfallen würden, würde es vielleicht noch zwei Tage gut gehen, aber danach leidet die Wasserqualität extrem. Der Computer sagt, ob eine Anlage eine Störung meldet, weil beispielsweise eine Pumpe ausgefallen ist, der Ozonwert im Wasser zu niedrig ist oder der Wasserstand abfällt. Mit pH-Senkern und -Hebern, die zugeschaltet werden können, kann schnell eingegriffen und wieder für die richtige Dosierung der Zusätze wie zum Beispiel Ozon gesorgt werden.

Eisbären im Zoo Rostock

Jeden Tag steht mindestens ein Besuch im Polarium an: Da einige technische Abläufe nicht automatisiert ablaufen können, muss hier täglich die Anlage von ‚Filtern‘ auf ‚Spülen‘ gestellt werden – auch am Wochenende. Dass die Filter einwandfrei funktionieren, ist enorm wichtig, denn wenn durch einen verstopften Filter eine Pumpe kaputtgeht, kann das teuer werden. Was sich in den Filterkörben der insgesamt zehn großen Filteranlagen im Keller sammelt – Futterreste, im Herbst das Laub, das ins Wasser fällt, oder auch Reste vom Eisbärenspielzeug – muss von den Technikern entfernt werden. Darüber hinaus werden von hier unten alle Prozesse überwacht, weil die Anlagen luftdruckgesteuert sind und es immer mal sein kann, dass ein Ventil klemmt und repariert werden muss. Zusätzlich gibt es jede Menge Lüftungsanlagen, die für eine saubere Luft und entsprechende Temperaturen sorgen, und regelmäßig gewartet werden müssen.

Technikzentrale im Polarium

Im Besucherzentrum selbst haben die Elektriker nur wenig zu tun, außer die im Blick zu behalten. Im Backstage-Bereich der Meereswelten wird der Großteil von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern aus der Aquaristik übernommen. Aber auch hier muss technisch alles am Laufen gehalten werden. Dann muss auch mal kurzfristig ein zusätzlicher Filter oder eine neue UVLampe eingebaut werden. Haufenweise Steckdosen, Licht- und Pumpensteuerung, Drehzahlregler, Filteranlagen, UV-Lampen und andere Beleuchtungstechnik, die vorrangig auf LED-Basis funktioniert, warten darauf, regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls repariert zu werden. Die Techniker kümmern sich aber natürlich auch im gesamten Zoo – um die Notlichtanlagen für die Fluchtwegsbeleuchtung, die Kältetechnik und die Wasseraufbereitungsanlagen, sämtliche E-Anlagen wie Gehegesicherungen und „Elektro-Gräser“, aber wie in jedem anderen Gebäude auch die Heizungstechnik.