WISENTE ERFOLGREICH AUSGEWILDERT

Wisente waren einst von Europa bis nach Sibirien weit verbreitet – die intensive Bejagung und das Fortschreiten der Besiedlung führten jedoch dazu, dass die größten Landsäugetiere Europas in der Natur ausgerottet wurden. Eine stabile Zoopopulation sowie verschiedene Auswilderungsprojekte konnten zur Wiederansiedlung einer freilebenden Wildpopulation beitragen. Im vergangenen Jahr beteiligte sich der Zoo Rostock zum nunmehr vierten Mal an einem Artenschutzprojekt für Wisente.

Auswilderung Wisente

Im Zuge dessen wurden die Kühe Waltraut und Wanda ausgewildert und zogen im November mit einigen Artgenossen in den ShahdagNationalpark in Aserbaidschan. Das gemeinsame Projekt der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) sowie des World Wide Fund For Nature (WWF) und einiger Partner sieht über einen Zeitraum von insgesamt zehn Jahren die jährliche Auswilderung mehrerer Wisente vor.

Auswilderung Wisente

Nachdem Waltraut und Wanda zunächst für eine gemeinsame Eingewöhnungszeit mit weiteren Tieren Station im Tierpark Berlin machten, ging es für die Tiere mit dem Flugzeug nach Aserbaidschan. Im Shahdag-Nationalpark erfolgt die Auswilderung dann in drei Stufen. Beginnend mit einer Eingewöhnungszeit auf einem 300 Hektar großen Areal steht den Tieren am Ende die gesamte Fläche (130.000 Hektar) des Nationalparks zur Verfügung. Hier leben bereits 31 Wisente – erwachsene Tiere und ihre Kälber. Unter ihnen ist auch die Rostocker Wisentkuh Gerda, die schon 2019 nach Aserbaidschan umzog und im Nationalpark bereits Nachwuchs bekommen hat. Ziel des Artenschutzprojekts im Shahdag-Nationalpark ist der Aufbau einer sich selbst erhaltenden, gesunden Wisentpopulation.