Langersehnte Nachzucht im Zoo Rostock geglückt

Sie sind ein echter Hingucker im Zoo Rostock: 18 Kubaflamingos machen mit ihrem leuchtenden Gefieder zwischen Huftieren und Rhododendren lautstark auf sich aufmerksam.
Die Nachzucht gestaltete sich in den vergangenen Jahren allerdings schwierig. „Unsere Kubaflamingos taten sich bisher mit dem Nestbau immer etwas schwer“, erklärt Vogelkurator Markus Klamt. So wurde mit verschiedenen Lehmsorten herumexperimentiert und ein kleiner Umbau der Flamingoanlage vorgenommen. Mit einer höher aufgeschütteten „Brutinsel“, die die Nesthügel vor Überschwemmungen schützt, und künstlichen Betonkegeln sollten die Tiere zum Bau eigener Nester animiert werden.
Am 23. Juli wurden dann alle Erwartungen übertroffen und es schlüpfte ein kleines, weißes Flamingoküken. „Damit hatten wir noch gar nicht gerechnet“, gibt Markus Klamt freudig zu. „Wir wollten die Flamingos erst einmal wieder in Brutstimmung versetzen. Dass es gleich so gut funktionieren würde, hatten wir im Traum nicht gedacht!“
Damit ist das Flamingoküken das erste Rostocker Jungtier nach 15 Jahren bei dieser Tierart. Zuletzt schlüpfte am 13. Juli 2005 ein Kubaflamingo im Zoo Rostock, der auch heute noch in der Gruppe lebt.

Kubaflamingos werden auch als Rote Flamingos bezeichnet, weil ihr Gefieder im Vergleich zu dem der anderen der insgesamt sechs Flamingoarten besonders kräftig gefärbt ist. Die langbeinigen Vögel fühlen sich in den Lagunen und Salzseen in Mittel- und Südamerika zu Hause, die vier wichtigsten Brutgebiete befinden sich in Yucatán, an der Nordküste Kubas, auf den Bahamas und auf Bonaire. Wie alle Flamingos gehen sie mit jeder Brutsaison eine neue Paarbeziehung ein, bleiben währenddessen aber ihrem Partner treu. Sie bilden Kolonien von drei bis 50 Brutpaaren. Bei den Flamingos teilen sich Weibchen und Männchen, die mit bis zu 1,20 Meter Länge, 1,50 Meter Flügelspannweite und etwa 3 Kilogramm etwas größer und schwerer werden, das Ausbrüten der Eier sowie die Aufzucht der Jungtiere. Das Gelege aus einem, selten zwei Eiern wird auf einem aus Schlamm, Steinchen und anderen Materialien angehäuften Kegelstumpf ausgebrütet. Dort ist es vor Überschwemmungen gut geschützt.

Die Umgestaltung der Flamingoanlage im Zoo Rostock scheint den Bruterfolg ausgemacht zu haben, ebenso die Umstellung der Nahrung. Dem üblichen Futter aus Fisch-, Garnelen-, Algen- und Getreidemehl wurde Premiumfutter mit erhöhtem Meersalzanteil, wertvollen Proteinen und vielen Vitaminen beigegeben. Damit sind die Kubaflamingos gut in die Bruthügelbauphase gestartet: Neben dem Verlust zweier Eier und einem gesunden Küken brütet aktuell sogar noch ein zweites Flamingopaar auf einem vierten Ei.
„Daher planen wir, auch bei unserer zweiten Flamingoart, den Chileflamingos, auf der Stelzvogelwiese ein paar kleine Umbauarbeiten vorzunehmen, um auch dort die Erfolgschancen auf pinken Nachwuchs zu erhöhen“, berichtet der stolze Vogelkurator.

Flamingoküken

Alle News