20. September 2026
Die Trauer im Zoo Rostock ist groß: Der vierjährige Südafrikanische Seebär „Alfie“ ist am Montag, dem 14. September 2026, unerwartet verstorben. Das Seebären-Männchen wurde am 13. Juni 2022 im Zoo Breslau in Polen geboren, und kam am 17. Juni 2025 in den Zoo Rostock. Er gehörte zu den ersten Bewohnern der im vergange-nen Jahr neu eröffneten Robbenanlage. Die genaue Todesursache wird derzeit in einer pathologischen Untersuchung ermittelt.
Sowohl das Tierpfleger- als auch das Tierärzteteam zeigten sich tief betroffen über den plötzlichen Verlust. „Alfie hatte sich seit seiner Ankunft sehr gut im Zoo Rostock einge-lebt. Er war ein sehr aufgewecktes und kooperatives Tier, das uns allen sofort ans Herz gewachsen ist“, erinnert sich Tierpfleger Timo Schreiber, der sich fast täglich um das Seebären-Männchen kümmerte. „Egal ob beim Training oder den medizinischen Unter-suchungen – Alfie war stets sanft, umgänglich und aufmerksam. Er liebte es, hoch aus dem Wasser zu springen oder mit Seebärin Sälma zu spielen. Alfie war einfach ein beson-deres Tier.“
Auch Zoodirektorin Antje Angeli drückt ihr Mitgefühl aus und erläutert die Situation der letzten Wochen: „Der Verlust von Alfie trifft unser gesamtes Team. Da es in den letzten Wochen unter den beiden Seebären-Männchen zu verstärkten Dominanz- und Rang-kämpfen kam, hatten wir Alfie vorübergehend von Eda getrennt. Um beiden Tieren auf Dauer ein stressfreies Umfeld zu ermöglichen, befanden wir uns bereits in Abstimmung für einen Umzug in einen anderen Zoo. Sein Tod ist für uns alle sehr bedauerlich.“
Zur Klärung der genauen Umstände befindet sich „Alfie“ derzeit in einer pathologischen Untersuchung. Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird der Zoo Rostock hierzu über seine Kanäle informieren.
Die neu gestaltete, im Jahr 2025 eröffnete Robbenanlage teilte „Alfie“ sich mit den Seebä-ren „Sälma“ (8) aus dem belgischen Zoo Pairi Daiza und „Eda“ (7) aus dem tschechischen Zoo Prag sowie den Seehunden „Susi“ (36), „Sammy“ (5) und „Gizmo“ (25).
Der Südafrikanische Seebär (Arctocephalus pusillus pusillus) gehört zur Familie der Oh-renrobben und zeichnet sich durch seine ausgeprägte Wendigkeit an Land aus. In ihrer ursprünglichen Heimat an den Küstenregionen Namibias und Südafrikas stehen die Tie-re durch den Klimawandel, Meeresverschmutzung und die Konkurrenz durch die kom-merzielle Fischerei vor zunehmenden Herausforderungen.
Die modernisierte, rund 12,5 Millionen Euro teure Robbenanlage im Zoo Rostock mit ih-rem 1.550 Kubikmeter fassenden Salzwasser-Hauptbecken ist speziell darauf ausgelegt, Seehunde und Südafrikanische Seebären gemeinsam zu halten und den Tieren beste Be-dingungen zu bieten. Eine Landfläche mit Sandbereichen bietet den Tieren Platz zum Verweilen und Sonnen, während terrassierte Felsen zugleich als Rückzugsorte dienen. Mit einem naturnah gestalteten Lebensraum sowie innovativer Technik für artgerechte Tierhaltung bietet die Anlage eindrucksvolle Einblicke in das Leben von Seehunden und Südafrikanischen Seebären.