Auftakt ins Jubiläumsjahr – 125 Jahre Zoo Rostock

1899 fing alles mit einem Hirschgarten an der Trotzenburg an. Der Zoo Rostock - größter und ältester Zoo an der Ostseeküste – feierte heute gemeinsam mit Gästen aus der Politik, Verwaltung und öffentlichem Leben sowie den Partnern und Förderern des Rostocker Zoos sein 125. Jubiläum. Auf dem Jubiläumsempfang hat Zoodirektorin Antje Angeli nach einem Rückblick auf die ereignisreiche 125-jährige Zoogeschichte allen Wegbegleitern und Partnern gedankt und über kommende Highlights informiert. „Bildung, Forschung, Natur- und Artenschutz, Erholung und Nachhaltigkeit - dafür steht der Zoo Rostock“, betonte die Zoodirektorin vor rund 100 Gästen.

„Der Zoo ist ein Lieblingsort vieler Rostockerinnen und Rostocker und unserer Gäste. Denn er ist nicht nur eine wunderschöne Parkanlage mit Tieren aus aller Welt, er ist auch wichtiger Ort für Umweltbildung, Naherholungsraum, historischer Garten, Tourismusmagnet. Ich danke allen, die sich heute, in der Vergangenheit und in der Zukunft haupt- und ehrenamtlich für unseren Rostocker Zoo engagieren, aber auch den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern. Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag! Wir werden den Zoo als Stadt und als Rostockerinnen und Rostocker auch weiterhin nach Kräften unterstützen“, sagte Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger.
Mit 485.260 Besucherinnen und Besucher kamen 2023 fast eine halbe Million Gäste in den Zoo Rostock. Besucherstärkster Monat war der August mit 80.118 Besucherinnen und Besuchern. Dank des Winterevents Polarlichter ist der Zoo auch erfolgreich in sein Jubiläumsjahr gestartet. Bis Ende Februar besuchten annähernd 40.000 Gäste den Zoo.
Gegenwärtig sind 20.546 Zoofreunde im Besitz einer Jahreskarte. 472 Privatpersonen und Unternehmen unterstützen den Zoo Rostock mit einer Tierpatenschaft. Insgesamt 10.807 Kinder und Jugendliche haben 2023 die Zooschule besucht.

Balance zwischen Denkmalschutz und Neubauten
„Im Mittelpunkt dieses Jahres stehen unter anderem die Bauarbeiten zur neuen Robbenanlage, die im Frühjahr 2025 eröffnet werden soll. Der Baufortschritt ist jetzt deutlich sichtbar. Damit einhergehend wird auch die Sanierung des Cafés Käfer umgesetzt. Zur Saison 2025 möchten wir unseren Zoobesucherinnen und Zoobesuchern ein hochwertiges Erlebnis rund um die neue Robbenanlage ermöglichen“, betonte Zoodirektorin Antje Angeli. Dabei spiele die Balance zwischen neuen Anlagen und dem Erhalt historischer Bauten durch eine denkmalpflegerische Sanierung eine große Rolle. „Auch der 1909 bis 1910 erbaute Eingang Trotzenburg wird bald in neuem Glanz erstrahlen.“
In einem Maßnahmenplan werden aktuell alle notwendigen Baumaßnahmen für die kommenden 15 bis 20 Jahre erfasst. Es entsteht so eine wichtige Arbeits- und Entscheidungsgrundlage, um eine Strategie zur kontinuierlichen und zukunftsfähigen Entwicklung des Zoos abzuleiten.
Ein weiteres wichtiges Thema auf dem Weg zum Zoo der Zukunft ist laut Angeli die Nachhaltigkeit. „Dabei bezieht sich die Nachhaltigkeit nicht allein auf ökologische Aspekte, auch soziale Fragen stehen dabei im Fokus wie Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und zum Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Arbeitssicherheit, Barrierefreiheit, Partnerschaften und Öffentlichkeitsarbeit.“
Der neu strukturierte Bereich Umweltbildung geht mit neuen Bildungsformaten und Ideen an den Start. „Bildung für Nachhaltigkeit wird mehr denn je eine Rolle spielen“, so Angeli.
Die Digitalisierung soll in den nächsten Jahren im Zoo weiter ausgebaut werden. „Zum einen sollen Verwaltungsprozesse optimiert und für unser Zooteam vereinfacht werden. Zum anderen werden unterschiedliche Digitalisierungsschritte zur Erhöhung der Besuchsqualität umgesetzt, wie zum Beispiel digitale Eingänge und Führungen sowie QR-Codes an den Anlagen, um auf diese Weise mehr und schneller Informationen zu unseren Tierarten oder unseren Artenschutzaktivitäten zu erhalten.“
Mit regelmäßigen Zertifizierungen in vielen Zoobereichen soll eine hohe Qualität der Angebote gesichert werden. Das betrifft unter anderem die Qualitätssiegel für Barrierefreiheit „Reisen für alle“, für Familienfreundlichkeit, das nun-Siegel (nun = norddeutsch und nachhaltig) als nachhaltige Bildungseinrichtung für Kinder und Erwachsene sowie die Auszeichnungen als TOP-Ausbildungsbetrieb. Im vergangenen Jahr fand ebenfalls eine Auditierung des Europäischen Zooverbandes (EAZA) statt, in der insbesondere die Einhaltung der internationalen Standards in der Tierhaltung, aber auch alle anderen Arbeitsbereiche des Zoos begutachtet wurden.

Tierische Neuzugänge
Rund 6.500 Tiere in 500 Arten bewohnen den Zoo Rostock. Auch im vergangenen Jahr gab es viele neue Tierarten. Dazu gehörten zum Beispiel der Weißrüssel-Nasenbär und der Himalaya Tahr bei den Säugetieren oder der Afrikanische Strauß bei den Vögeln. Bei den Reptilien zählten die Hieroglyphen-Schmuckschildkröte und das Falsche Chamäleon zu den neuen Tierarten, ebenso wie der Rotkopf-Baumsteiger und Grüne Riesengiftfrosch bei den Amphibien.
„Auch in diesem Jahr ist schon einiges im Tierbestand passiert“, sagte die Kuratorin für Säugetiere, Daniela Lahn. „Noch hinter den Kulissen werden bereits seit dem 9. Februar zwei Peru-Buntleguane aus dem Zoo Münster eingewöhnt, die in Kürze ein Terrarium im Südamerika-Haus beziehen sollen. Seit dem 13. Februar 2024 leben vier männliche Pater-David-Hörnchen in der ehemaligen Klippschliefer-Voliere am Vogel-Reptilien-Haus. Am Pelikanteich können seit dem 13. Februar 2024 zwei Graukraniche beobachtet werden. Die aufgrund von Verletzungen flugunfähigen Tiere wurden in einer Auffangstation gerettet und sind aus dem Tierpark Görlitz nach Rostock gekommen.“
Seit dem 5. März gibt es neben zwei weiblichen Tieren wieder einen Gepardenkater im Zoo Rostock, der am 12. August 2022 geborene Cash aus dem polnischen Zoo Danzig. Für den Herbst werden asiatische Bucharahirsche im Zoo Rostock erwartet, die sich anstatt der Nordamerikanischen Wapitis das Revier mit den Kulanen, Yaks und Trampeltieren teilen werden. „Bucharahirsche gelten noch nicht als bedroht, die Bestände in der Wildnis sind aber rückläufig. Die Tierart wird durch ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert“, so Daniela Lahn.

Freiwilliger Artenschutzbeitrag großer Erfolg
Im Jahr 2023 konnten 89.400,50 Euro aus dem freiwilligen Artenschutzbeitrag der Besucherinnen und Besucher eingenommen werden. „Die Bereitschaft, den freiwilligen Artenschutzbeitrag zu leisten, ist nach wie vor ungebrochen hoch“, freute sich Zoodirektorin Antje Angeli. „Somit konnten wir im Jahr 2023 neun konkrete Artenschutzprojekte finanziell unterstützen.“
Neben den finanziellen Beiträgen hat der Zoo Rostock auch im vergangenen Jahr der NABU-Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz MV geholfen, mit der seit 1965 eine enge Zusammenarbeit gepflegt wird. So konnten sieben Störche, zwei erwachsene Tiere und fünf Küken, erfolgreich gesund gepflegt und wieder ausgewildert werden.
Um Artenschutz „vor der eigenen Haustür“ geht es auch in einem zukünftigen Projekt mit der NABU-Fachgruppe Ornithologie Rostock. Gemeinsam mit der Fachgruppe möchte sich der Zoo für den Schutz des Sandregenpfeifers in Rostock und Umgebung engagieren. Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Aufforstung des Barnstorfer Waldes. So werden Mitarbeitende des Zoos sowie Freiwillige am 23. März die ersten 2.000 neuen Bäume pflanzen, darunter 1.700 Stieleichen, 175 Hainbuchen, 50 Europäische Lärchen und 60 Vogelkirschen. Ziel des Waldumbaus ist es, einen stabilen und widerstandsfähigen Forst zu schaffen. Ein an Baumarten gemischter Wald trägt auch maßgeblich dazu bei, die Biodiversität vor Ort zu erhalten und zu verbessern.

Viele Veranstaltungen im Jubiläumsjahr
Nach dem mit den Polarlichtern sehr erfolgreichen Start ins Jubiläumsjahr stehen zahlreiche weitere Events im Zeichen des 125. Jubiläums. Zusätzlich zur 25. Klassik-Nacht der Norddeutschen Philharmonie am 7. Juni unter dem Motto „Wien, Wien, nur du allein“ findet erstmals speziell für Kinder am 8. Juni ein Erdmännchenkonzert statt. Gespielt wird „Peter und der Wolf“. Am 22. Juni sind die Festspiele MV mit Götz Alsmann, dem „König des Jazzschlagers“, zu Gast im Zoo Rostock.
Es wird Ausstellungen und Vorträge, das Fest der Biodiversität am 22. Mai, den Artenschutztag am 8. September und das Große Zoofest am 22. September geben.
„Wir wollen unseren Wald mehr in den Vordergrund rücken und einen kleinen Waldpfad für unsere Gäste einrichten. Auch im Stadtbild wird der Zoogeburtstag zu sehen sein“, so die Zoodirekrorin.

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