Natur- und Artenschutz

Der Natur- und Artenschutz ist weltweit eine der großen Aufgaben der Zoologischen Gärten. Informationen zum Leben der Tiere unter natürlichen Bedingungen, zu ihrer Gefährdung und ihrer Umwelt tragen dazu bei, die Besucher zu motivieren, sich umweltbewusster zu verhalten und sich für Fragen des Naturschutzes zu engagieren. Die Zootiere sind dabei die Botschafter für ihre Artgenossen.

Artenschutz im Zoo Organisationen Mitgliedschaften Artenschutz-Pavillon

Artenschutz im Zoo Rostock

Durch seine Tätigkeit als Auffangstation für verletzte Tiere vieler Wildtierarten leistet der Zoo Rostock einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz in der Region. Insbesondere Störche, Greifvögel und Eulenvögel gehören zu den Pfleglingen, die von den Tierpflegern mit viel zusätzlichem Enthusiasmus aufgezogen oder gesund gepflegt und schließlich wieder freigelassen werden.

Dem Schutz bedrohter Tierarten dient auch die Erforschung der Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten der im Zoo lebenden Tiere. Die ständige Arbeit an der Verbesserung der Haltung und die internationale Koordination der Zucht vieler Zootierarten hat das Ziel, einen stabilen Tierbestand in den Zoos zu erreichen, der Auswilderungen möglich macht, wenn es die Bedingungen erfordern. Diesem Ziel dient auch das im Zoo Rostock geführte Zuchtbuch für die Eisbären.

Derzeit werden im Zoo Rostock 4.200 Tiere in 430 Arten gehalten. Davon sind 34 Tierarten im Anhang A und 43 Arten im Anhang B der Verordnung über den Schutz von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten (EG) Nr. 338/97 des Rates vom 09.12.1996 gelistet. Des Weiteren halten wir 29 in Europa einheimische Tierarten geschützt nach Vogelschutz-Richtlinie, Flora-, Fauna-, Habitatrichtlinie sowie Bundesnaturschutzgesetz. Wir beteiligen uns an 24 EEPs (Europäische Erhaltungszuchtprogramme) und 27 Zuchtbüchern, davon 14 Internationale Zuchtbücher, sowie diversen Monitoringprogrammen unter dem Dachverband der Europäischen Zoos und Aquarien (European Association of Zoos und Aquaria – EAZA). Wir arbeiten außerdem aktiv in der EAZA Bear TAG (Taxon Advisory Group).

Organisationen

Der Zoo Rostock unterstützt darüber hinaus auch Organisationen, die sich für den Schutz bedrohter Tiere engagieren. Das ist Naturschutzarbeit vor Ort in den Naturschutzgebieten (in-situ). Der Zoo ist fördernder Partner der folgenden Organisationen:

Polar Bears International (PBI)

Der Rostocker Zoo ist stolz auf die seit Mai 2017 bestehende Kooperation mit Polar Bears International.
PBI ist eine Artenschutzorganisation, die sich dem Schutz der Eisbären und dem Erhalt ihres Lebensraumes, der Arktis verschrieben hat. Das PBI-Team besteht aus vielen Freiwilligen, Wissenschaftlern und Naturschützern, die die Vision verfolgen, das langfristige Überleben der Eisbären in ihrer Heimat zu sichern. Als Arctic Ambassador Center unterstützt der  Zoo Rostock, gemeinsam mit vielen anderen wissenschaftlichen, musealen und zoologischen Einrichtungen, PBI in der  Aufklärung der Öffentlichkeit über  die klimatischen Zusammenhänge und die Gefährdung von  Eisbär und  Arktis. Die Arbeit von PBI ist von ideellem und finanziellem Engagement abhängig. Es ist immer noch möglich, die Eisbären und das arktische Meereis zu retten, aber nur mit Hilfe aus der ganzen Welt und einer großen Beteiligung an den Bemühungen, die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken. Das Bewusstsein der Menschheit für die reale und deutliche Bedrohung durch den Klimawandel zu schärfen, ist Ziel von PBI.

www.polarbearsinternational.org

Berggorilla- und Regenwald Direkthilfe e.V.

Ziel des Berggorilla- und Regenwald Direkthilfe e.V. ist es, das Überleben der Berggorillas und anderer bedrohter Gorillapopulationen zu sichern. Dies versucht die Organisation auf mehreren Wegen zu erreichen. Den Regenwald zu schützen, bedeutet auch, den Lebensraum der Berggorillas zu sichern. Die Zerstörung der Wälder muss verhindert werden, vor allem in sehr dicht besiedelten Gebieten, wo nur noch kleine Waldflächen erhalten sind. Weiterhin fördert die Direkthilfe die Aufforstung abgeholzter Areale mit heimischen Baumarten.

www.berggorilla.de

BOS Deutschland e.V.

Der Verein Borneo Orangutan Survival Deutschland e.V. setzt sich für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans und den Erhalt des Regenwaldes auf Borneo ein. Seit 2001 unterstützt er die Projekte der BOS Foundation in Indonesien durch Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, Umweltbildung und Projektbegleitung. Vor Ort betreut der BOS zwei große Stationen im indonesischen Teil Borneos (Kalimantan), in denen gerettete Orang-Utans medizinisch versorgt, rehabilitiert und auf ihre Auswilderung vorbereitet werden. Kleine Waisen werden in einem mehrjährigen Trainingsprogramm auf das Leben in der Wildnis vorbereitet. Ebenso schützt BOS Regenwald, indem Waldstücke gepachtet oder mittels Abkommen gesichert werden.

www.bos-deutschland.de

CBSG (Conservation Breeding Specialist Group) der World Conservation Union (IUCN)

CBSG ist eine Organisation, die sich seit nunmehr 25 Jahren mit dem Management von kleinen Populationen in-situ (d.h. in der natürlichen Umgebung: in Wild- und Naturparks) und ex-situ (d.h. in Gefangenschaft: in Zoos und Tierparks) beschäftigt und diese international organisiert.

www.cbsg.org

Stiftung Lutreola

Die Stiftung Lutreola fördert die Erhaltung und Wiederansiedlung des Europäischen Nerzes. Zwei Ziele werden verfolgt:1. In Zusammenarbeit mit dem Zoo Tallinn und anderen europäischen Zoos wird eine überlebensfähige Population in menschlicher Obhut aufgebaut und erhalten.2. In zwei Inselpopulationen in Estland soll das Überleben der Art auf natürliche Weise erreicht werden.

www.lutreola.ee

World Wild Found For Nature (WWF) 

Ob in den Wäldern, Flüssen oder Meeren: Überall auf der Welt schrumpft die biologische Vielfalt. Allein seit 1970 haben wir ein Drittel unserer natürlichen Lebensgrundlagen – Lebensräume genauso wie Tier- und Pflanzenarten – für immer verloren. Der WWF engagiert sich seit 45 Jahren weltweit für die Bewahrung der biologischen Vielfalt.

www.wwf.de

Stiftung Artenschutz

Weltweit werden jährlich Hunderte von Tierarten ausgerottet, weil ihre Lebensräume durch die dramatischen Eingriffe des Menschen zerstört werden. Das Ziel der seit März 2001 bestehenden Stiftung Artenschutz ist es deswegen, existenziell gefährdete Tierarten und ihre angestammten Lebensräume zu erhalten.

www.stiftung-artenschutz.de

Tenkile Conservation Alliance

Der Zoo Rostock unterstützt die Tenkile Conservation Alliance (TCA) – eine Organisation, die sich der Erforschung und dem Schutz bedrohter Baumkänguru-Arten verschrieben hat. Die TCA arbeitet mit großem Engagement im Torricelli-Gebirge in Papua-Neuguinea und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die dort heimische Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten.Mehrere Tierarten sind bereits ausgerottet, Baumkängurus sind massiv im Bestand bedroht. Hauptprobleme sind die Bedürfnisse der stark wachsenden Bevölkerung, der Wildtiere als Nahrung dienen, sowie die Abholzung des Regenwaldes. Dabei setzen die Akteure der TCA auf Umwelterziehung, um die Einwohner zum Schutz ihrer natürlichen Ressourcen zu bewegen.

www.tenkile.com

Schutzprojekt für den Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbon in Vietnam

Über den in Vietnam beheimateten Gelbwangen-Schopfgibbon ist sehr wenig bekannt, jedoch gibt es nur noch etwa 800 Exemplare dieser besonderen Affenart. Das Schutzprojekt konzentriert sich auf den Kon-Ka-Kinh-Nationalpark, ein 42.000 Hektar großes Regenwald-Schutzgebiet, in dem die größte bekannte Population der Gibbons lebt. Die Ausbildung und Ausrüstung von Rangern ist eine Aufgabe des Schutzprojekts, eine weitere die umfassende Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit Schulen, um für den Gibbon-Schutz zu sensibilisieren.Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Artenschutz, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) sowie dem Europäischen Zooanalysten Anthony Sheridan.

www.stiftung-artenschutz.de/projekte/gelbwangen-schopfgibbon

Mitgliedschaften

In folgenden Organisationen ist der Zoo Rostock Mitglied:

WAZA (World Association of Zoos and Aquariums)

Die WAZA ist der internationale Dachverband aller größeren Zoos, Aquarien und Naturschutzorganisationen der Welt. Ihr Ziel ist es, die weltweite Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Einrichtungen zu stärken und bei der Tierhaltung, Zucht, Artenschutz und Umweltbildung zu unterstützen. Die WAZA führt außerdem die internationalen Zuchtbücher für gefährdete Tierarten.

www.waza.org


EAZA (European Association of Zoos and Aquaria)

Die EAZA ist ein Zusammenschluss der wissenschaftlich geleiteten Zoologischen Gärten und Aquarien in Europa und dem nahen Osten. Die EAZA unterstützt die Kooperation der Einrichtungen untereinander, etabliert und koordiniert Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEPs), erarbeitet Richtlinien für die Haltung und Pflege der Tiere und fördert das öffentliche und politische Bewusstsein für den Naturschutz.
Das Thema der Jahreskampagne bis 2019 ist "Silent Forest – Asian Songbird Crisis": Jeden einzelnen Tag werden in großer Zahl Singvögel aus den Südostasiatischen Wäldern genommen, um sie als Haustiere zu handeln. Viele von ihnen überleben nicht länger als ein paar Tage in den winzigen Käfigen, in denen sie gehalten werden. Einige der gefragtesten Arten sind nun vom Aussterben bedroht und auf manchen Inseln sind sie bereits gänzlich verschwunden und kehren nie wieder zurück. Es ist an der Zeit, zu handeln, bevor der Wald für immer verstummt!

www.eaza.net


VdZ (Verband der Zoologischen Gärten)

Im Jahr 1887 gegründet ist der Verband der Zoologischen Gärten die älteste Zoo-Organisation der Welt und vereint die wissenschaftlich geleiteten Zoos im deutschsprachigen Raum. Er setzt sich für eine gute Zootierhaltung ein und kooperiert dazu mit den Behörden. Zudem unterstützt der Verband seine Mitglieder im Natur- und Artenschutz.

www.vdz-zoos.org


Landeszooverband Mecklenburg-Vorpommern

In dieser 2007 gegründeten Interessengemeinschaft arbeiten die Tiergärten, Zoos und Aquarien des Landes eng zusammen. Ziel ist die Förderung der tiergärtnerischen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern als Stätten der Bildung, der Wissenschaft, des Umwelt-, Arten- und Tierschutzes. Jährlich zählen diese Einrichtungen mehr als drei Millionen Besucher, darunter allein 60.000 Schulkinder, die direkt vor Ort aktiven Natur- und Artenschutzunterricht erleben.

www.landeszooverband-mv.de

 

Artenschutz-Pavillon

Orang-Utans, Gorillas, Eisbären oder auch das Wismarer Hügel-Fingerkraut - viele Tier- und Pflanzenarten sind in ihren Beständen stark gefährdet. Als Zoobewohner stehen Surya, Assumbo & Co. als Botschafter für ihre bedrohten Artgenossen. Mit ihrer Hilfe sollen die Zoobesucher für den Natur- und Artenschutz sensibilisiert werden. Dieses Ziel verfolgt auch der Artenschutz-Pavillon im Zoo Rostock, der auf spielerische Art und Weise über den Natur- und Artenschutz und auch auf die vielfältigen Projekte des Zoos in diesem Bereich aufzuklären soll.

Für den etwa 30 Quadratmeter großen Artenschutz-Pavillon wurde in enger Zusammenarbeit mit zwei Studentinnen der Hochschule Wismar, dem Zooverein und dem Zoo ein informatives Würfelspielquiz entwickelt, in dem der Besucher etwas über elementare Gefährdungen der Fauna und Flora weltweit und die Hintergründe dazu erfährt. Der Boden führt dabei über die Erde und die fünf Themenschwerpunkte können an den Wänden vertieft werden. Dabei geht es beispielsweise um die Gefährdungen der Orang-Utans durch den Palmölanbau und der Eisbären durch den Klimawandel, die Verschmutzung der Meere sowie die Vernichtung von Arten durch Waldbrände und Wilderei. Darüber hinaus spielt aber auch der Artenschutz vor der eigenen Haustür eine Rolle, so unter anderem das langjährige Projekt zur Unterstützung der Artenschutzgruppe Weißstorch des NABU.

Im Fokus stehen des Weiteren aktuelle internationale Projekte des Zoos und des Zoovereins für gefährdete Tierarten. So engagieren sich beide für das das Baumkänguru-Projekt in den Torricelli-Mountains in Papua-Neuguinea. Dort leben drei Arten der akut vom Aussterben bedrohten Baumkängurus (www.tenkile.com). Der Zooverein macht mit dem Artenschutz-Pavillon die Arbeit der Zoos für den Natur- und Artenschutz sichtbarer.

Zum Rostocker Zooverein